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Deutliche Verbesserung des SDM-Levels

Im aktuellen Ärzteblatt sind erste Ergebnisse des Kieler Innovationsfondsprojekts zum SHARE TO CARE Programm publiziert!

Das Patientenrechtegesetz schreibt vor, dass alle medizinisch vertretbaren Behandlungsoptionen unter Einbeziehung der bestverfügbaren medizinischen Evidenz sowie der Patientenpräferenzen zwischen Ärzt:in und Patient:in abgewogen werden müssen, um daraus eine gemeinsame Behandlungsentscheidung abzuleiten. Dafür ist die Methode des Shared Decision Making (SDM) der Goldstandard.

 

Als Modell für eine flächendeckende Etablierung von SDM fördert der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses das Programm SHARE TO CARE (S2C), mit dem SDM in allen Fachabteilungen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) implementiert werden soll.

Die Klinik für Neurologie des UKSH unter Leitung von Prof. Dr. Berg stellt die erste Organisationseinheit dar, in der das S2S-Programm vollständig implementiert wurde. Die Untersuchungen zu Praktikabilität und Effektivität des von Beginn an für den nationalen Rollout konzipierten S2C-Programms haben gezeigt, dass die vier Interventionsmodule die wichtigsten Akteure in der Klinik adressieren:

4 Interventionsmodule

1) Alle Ärzt:innen durchlaufen ein Onlinetraining und erhalten individuelles Feedback zu Videoaufnahmen eigener Patientengespräche.

2) Patient:innen werden durch Print- und Filmmedien zu mehr Partizipation angeleitet.

3) Fachexpert:innen der Klinik und Expert:innen für Evidenzrecherchen, Medical Writing und Film illustrieren die Informationen zu den wichtigsten Therapieentscheidungen in evidenzbasierten, multimedialen Online-Entscheidungshilfen.

4) Pflegekräfte unterstützen Patient:innen zusätzlich als ausgebildete „Decision Coaches“ bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung.

"Es zeigt sich aus Patient:innensicht eine deutliche Verbesserung des SDM-Levels."

Nach Implementierung des SHARE TO CARE-Programms in der Kieler Klinik für Neurologie wurden Patient:innen anhand international gebräuchlicher Patient:innenfragebögen befragt.  Dabei zeigte sich aus Patient:innensicht eine deutliche Verbesserung des SDM-Levels, der Vorbereitung auf medizinische Entscheidungen sowie der Aufklärung der Therapieoptionen.

Die Vollimplementierung von SDM unter Einbeziehung aller relevanten Gruppen – Ärzt:innen, Pflege, Patient:innen – in einer gesamten Klinik inkl. gemeinsamer Neuentwicklung von 8 evidenzbasierten Entscheidungshilfen ist weltweit eine Besonderheit. Dasselbe gilt für die Implementierung am gesamten Kieler Universitätsklinikum mit insgesamt 83 Entscheidungshilfen. Der Implemetierungserfolg in der Klinik für Neurologie sowie die Erfahrungen am UKSH insgesamt sprechen sehr deutlich dafür, dass der S2C-Ansatz skalierbar und auf andere Krankenhäuser übertragbar ist.

Im Bundesland Bremen ist die Adaptierung des S2C-Programms samt Krankenkassenabrechenbarkeit bereits in die Hausarztzentrierte Versorgung integriert.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/218776/Klinikweite-Implementierung-von-Shared-Decision-Making